It has been a while since my last blog, but dont forget I never intended to this on a regulary basis. So today I'm gonna come up with something new and it will be in German as its German-related.
Die Päckchentheorie
Rolf Kalb, unser aller Lieblingsmoderator auf Eurosport, spricht öfters von ihr. Sie besagt, dass es oftmals so sei, dass Spieler in langen Spielen ihre Frames in Päckchen gewinnen und nicht abwechselnd. Ich will es mir im Folgenden zur Aufgabe machen das zu überprüfen.
Wenn das stimmt würde das bedeuten, dass ein ein Spieler nachdem er einen Frame gewonnen hat, im anschließenden Frame eine erhöhte Wahrscheinlichkeit auf den Sieg hat, denn ansonsten würde ja kein Päckchen entstehen.
Was man jetzt braucht ist eine Liste von Snookerspielen, in dem jeder einzelne Frameergebnis bekannt ist. Zum Glück hab ich Chris Downers Snooker Almanach hier rumliegen, der dies für alle Weltmeisterschaftsspiele von 1977-2011 leisten kann.
Nun muss man noch ein paar Kleinigkeiten beachten: ich habe ausschließlich Spiele untersucht, die sich erst im Decider entschieden haben? Warum? Nun dass es bei einem 10:0 nur ein Päckchen (in dem Fall dann schon eher Paket) gibt ist selbsterklärend. Auch bei einem 10:5 müssen zwingend Päckchen vorhanden sein. Bei einem 10:9 oder anderen knappen Spielständen kann das vermieden werden.
Nun ist die Grundannahme, dass in solchen knappen Spielern wo jeder Spieler fast gleichviele Frames gewinnt, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Spieler nach einem Frameerfolg auch den nächsten gewinnt etwa 50% beträgt. Sollte die Päckchentheorie hingegen stimmen, sollte die Wahrscheinlichkeit signifikant höher sein (z.B. 60%).
Ich habe nun also 27 Spiele untersucht, alle Spiele die bei den Weltmeisterschaften zwischen 2006 und 2011 im Decider entschieden wurden und jeden Frame darauf geprüft ob der Spieler ihn gewonnen hat, der auch den vorherigen gewann. Wenn das so war steht eine 1 in meiner Excel-Tabelle, wenn nicht dann eine 0. Am Ende wird das aufsummiert und durch die untersuchte Anzahl an Frames geteilt (aufpassen: bei einem 10:9 teilt man durch 18, da man den ersten Frame ja nicht darauf untersuchen kann wer den vorherigen "Frame null" gewann).
Letzter technischer Hinweis: Ich habe der Einfachheit halber auch Sessionübergreifende Päckchen/Nicht-Päckchen untersucht.
Das Ergebnis
Von 588 untersuchten Frames gewann in 285 Fällen der Spieler, der den vorherigen gewann. Das sind 48,47 % und somit sogar ein kleines bisschen weniger, als statistisch vorhergesagt (wobei 1,5 % Abweichung bei der Stichprobengröße völlig normal sein sollte)
In einzelnen Spielen schwankt das Ergebnis einigermaßen stark:
28 %, das päckchenärmste Spiel (2008 Ebdon gegen Cope)
0:1 0:2 0:3 1:3 1:4 2:4 2:5 3:5 4:5 4:6 5:6 5:7 6:7 7:7 8:7 8:8 9:8 9:9 10:9
hierbei gewann der zuvor siegreiche Spieler den nächsten Frame insgesamt 5 mal (von 18)
72 %, das päckchenreichste Spiel (2008 Carter gegen Hawkins)
0:1 0:2 0:3 1:3 2:3 3:3 4:3 5:3 6:3 7:3 7:4 7:5 7:6 8:6 9:6 9:7 9:8 9:9 10:9
entspricht 13 von 18
Fazit
Die Päckchentheorie lässt sich, vorausgesetzt man kann mir keine methodischen Fehler nachweisen, anhand meiner Daten nicht bestätigen.
Das bedeutet nicht, dass es keine Päckchen gibt, sondern nur, dass sie im Snooker nicht wahrscheinlicher sind als z.B. beim zufälligen Werfen einer Münze (da kann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch 3x Kopf und dann 3x Zahl hintereinanderkommen ohne das jemand auf die Idee käme, die Münze würde Ergebnisse in Päckchenform abliefern.)